Unser Feldkreuz

Das Kreuz als Symbol für Glaube und Brauchtum. 

Das Feldkreuz der Berg- und Wanderfreunde steht unweit der Sportanlagen von Untermeitingen. Das Kreuz ist eingebunden im permanenten Rundwanderweg auf dem Lechfeld. Viele Wanderer kommen täglich vorbei, bleiben stehen, machen Rast, schauen zum Kreuz und lesen den Spruch. 

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IMG 1342   Feldkreuz im Licht

Das Feldkreuz der Berg- und Wanderfreunde steht unweit der Sportanlagen von Untermeitingen, an der Grabener Staße, neben der Grüngutsammelstelle. Viele Wanderer kommen täglich vorbei, bleiben stehen, machen Rast, schauen zum Kreuz und lesen den Gedenkspruch auf der angebrachten Tafel. Im Jahr 1995 wurde das Kreuz mit einem feierlichen Gottesdienst, zusammen mit dem Rundwanderweg am "Via Claudia Park" eingeweiht. Fahnenabordnungen sowie eine große Zahl von Gläubigen waren damals anwesend, als Pfarrer Albert Leinauer bei strahlendem Sonnenschein die Messe unter freiem Himmel zelebrierte.

Vereinsmitglieder haben in vielen freiwilligen Arbeitsstunden den Platz angelegt und ausgeschildert. Die Gemeinde übernahm einen Teil der Kosten und zahlreiche Firmen der Umgebung unterstützten die Idee durch Spenden und Material. Auch das Kreuz mit der alten Christusfigur war eine Spende: Hagen und Roland Neumann aus Klosterlechfeld, Mitglieder im Verein, stifteten das im Familienbesitz befindliche Kreuz spontan, nachdem sie von der Anlage am Rundweg gehört hatten.

Immer wieder wurde im Laufe der Jahre die Anlage und die Christusfigur durch Vandalismus zerstört. Im Herbst 2014 haben "coole Typen" offensichtlich Spaß daran gefunden, die Bänke herauszureißen und an der Figur die Arme abzuknicken. 2015 hat Heribert Konrad die Figur in seiner Obhut genommen und vollständig renoviert. Die Restaurierung veränderte den Charakter des Kreuzes nicht. Vereinsmitglieder konnten dann in mühevoller Handarbeit das Gelände herrichten, so dass im September 2015 das Kreuz erneut, diesmal vom kath. Pfarrer Thomas Demel unter Anteilnahme zahlreicher Mitglieder und Gäste eingeweiht wurde. 

Mitte Februar 2017 herrscht schon wieder Vandalismus auf der Feldkreuzanlage. Auf diesem kleinen Grund, auf dem Frieden, Ruhe und Gelassenheit dominant sein sollte, ist wieder alles zerstört. Diesmal haben Unbekannte Randalierer die gesamte Figur vom Kreuz geholt. Nicht nur im Vorstand und bei den Mitgliedern, sondern auch in der Bevölkerung bestand Trauer und Unverständnis für solch eine Tat. „Selbst bei allen nicht ganz so Gläubigen waren bislang alle Heiligenfiguren unantastbar“, so damals Vorsitzender Wolfgang Ebner, der sich mit seinem Vorstandskollegen Jürgen Schmidt bei der Besichtigung vor Ort, die Trümmer ansah. Der Verein hat sofort bei der Polizei in Schwabmünchen Anzeige erstattet. Nach diversen Kontrollfahrten und besuchen an anderen markanten Stellen hat die Polizei jedoch keinen Täter ermitteln können und so wurde das Verfahren nach einiger Zeit eingestellt. Offen bleibt nach wie vor: Geschah dies aus blindem Vandalismus oder doch aus einem religionsfeindlichem Wahn.

Es hat eine Zeitlang gedauert bis die Berg- und Wanderfreunde die Wiederherstellung realisieren können. Nach der großen Ratlosigkeit wie es mit dem Feldkreuz weitergeht, ob es eine neue Jesusfigur geben sollte, oder ob zukünftig nur noch das Kreuz ohne dasteht. Der Wunsch war schon da, doch immerhin, eine Neuanschaffung geht in die mehrere tausend Euro und belastet einen Verein erheblich. Plötzlich wendete sich das Schicksal und die Familie Rudolf Loder sen. aus Mering erfuhren von der Misere aus Untermeitingen. Der inzwischen nicht mehr aktive Spenglermeister sammelt seit mehr als 50 Jahren Gegenstände aus Schmiedeeisen. Das gesamte Haus besteht aus Kunstwerken, wie alte Uhren, Ess- und Kaffeeservice, alte Bibelbücher sowie verschiedene Jesusfiguren. Der Garten ist liebevoll mit geschmiedeten Tor- und Eingangsgitter gestaltet. Spontan entschieden sich Rudolf und seine Frau Inge Loder den Berg- und Wanderfreunden zu helfen und schenkte dem Verein eine Figur aus der großen familieneigenen Sammlung. „Es ist für uns selbstverständlich dem Verein zu helfen, wir besitzen so viel, dass es uns sehr leicht fällt etwas abzugeben“, so Loder. „Da wir selbst Mitglieder in örtliche Vereine sind, kennen wir die Situation“, sagte er weiter. Es handelt sich hierbei um einen Christus aus massivem Gußstahl, mit einer Größe von 60x37 cm, die handgeschmiedet, keine Massenware ist und aus dem 18 Jahrhundert stammt. Bestätigt hat dies auch die Restauratorin Alice Stempfle aus Friedberg, die in ganz Bayern für Kirchen und Schlösser arbeitet. Erkennbar ist der Zeitraum des Entstehens an die Art des Lendentuches und an die Art wie Figuren damals befestigt wurden. „Wo diese seltene Figur tatsächlich einmal aufgestellt war, können wir nicht mehr feststellen. Wir haben sie in einem alten Bauernhaus in Fürstenfeldbruck auf dem Dachboden gefunden, welches abgerissen werden sollte und sich niemand mehr um die Einrichtung gekümmert hat“, so Rudolf Loder sen. weiter in seinen freudestrahlenden Erläuterungen.

Bevor der Jesus nun an der Feldkreuzanlage seine neue Bleibe findet, wurde er aufwendig bearbeitet. Mit Glasperlenstrahlen, ähnlich wie Sandstrahlen, wurde durch die runde Form des Strahlmittels die Oberfläche aufgeraut und erhielt seine ursprüngliche glänzende Optik zurück. Jetzt war jedoch die alte Holzfigur etwas größer und hatte die Maße von 70x65 cm. So musste Vereinsmitglied Heribert Konrad, Schreiner im Ruhestand, schon wieder Hand anlegen und Überlegungen anstellen wie diese Figur am Feldkreuz befestigt wird. Hier baute Konrad einen eigenständigen Korpusträger, der an das Original Kreuz angebracht wird. 

Die Segnung übernahm anno 2017 an einem wunderschönen Herbstnachmittag Pfarrer Thomas Demel vor und las einen Wortgottesdienst. Zuvor sprach er ein paar Worte über den Sinn und Zweck einer solchen Anlage. „Es ist schön dass die Wanderfreunde immer wieder nach den vielen Zerstörungen den Mut haben, das Feldkreuz in seiner Struktur zu erhalten“, so der Pfarrer. „Auch könnte man ein Foto machen und das Kreuz einfach leer stehen lassen und in Erinnerungen schwelgen“, fuhr Demel in seiner Predigt fort. Viele vorbeikommende halten immer wieder inne, in der so betriebsamen und hektischen Zeit und gehen an solchen Orten nicht gedankenlos vorbei. Nach der Segnung, Weihwasserbesprengung und Gebet übernahm Wolfgang Ebner, Vorsitzender der Wanderfreunde, das Wort. „Es sei ein Höhepunkt der Renovierung, an einem solchen Tag an exponierter Stelle eine Messe zu erleben“, so der Vorsitzende. Ebner dankte in seinen Ausführungen allen Beteiligten, vor allem dem Spenderehepaar Inge und Rudolf Loderer, die es sich nicht haben nehmen lassen, bei der Segnung dabei zu sein. Ein kleiner Umtrunk mit Imbiss bildete den Abschluss der Feldkreuzsegnung.